Wie ein Stress Coach beim Stressabbau unterstützen kann

Es ist keine Seltenheit, dass Menschen im Coaching bei mir aufschlagen mit der Aussage: „Ich bin sehr gestresst und ich möchte von Ihnen gecoacht werden, um weniger Stress zu empfinden“.

Auch wenn ich den Wunsch des Gedanken nachvollziehen kann, so beschreibt dieses Vorhaben direkt im ersten Schritt den Angang der „Symptomebene“, nämlich des Fühlens von Stress und nicht den ursächlichen Ursprung.

Dabei mache ich immer wieder die Erfahrung, dass Stress oft in unserer Gesellschaft als Situationen von anspruchsvollen Anforderungen, Problemen und/oder Belastungen begriffen wird. Während genau diese auch viele unterschiedliche Stresssituationen bewirken können, gibt es aber eben auch uns bzw. unser Innenleben, wenn Sie so wollen, als ausschlaggebenden Stressor.

Wie entsteht Stress?

Stress entsteht, wenn ein Mensch das Gefühl hat, dass die an ihn gestellten Erwartungen seine Kapazitäten zur Problemlösung übersteigen. Es handelt sich um eine körperliche Antwort auf eine Anforderung oder einen Druck, egal ob dieser körperlicher, seelischer oder geistiger Natur ist. Stress hat viele Ursprünge wie beispielsweise:

  1. Arbeitsdruck: Ein hoher Anspruch an die Arbeitsleistung, ausgedehnte Arbeitsstunden, straffe Fristen und Auseinandersetzungen am Arbeitsplatz.
  2. Zwischenmenschliche Beziehungen: Probleme und Konflikte in der Partnerschaft, im Job, innerhalb der Familie oder im Freundeskreis können zu einer hohen Belastung führen.
  3. Finanzielle Sorgen: Die Angst vor finanzieller Not und Unsicherheit.
  4. Veränderungen im Lebensumfeld: Ereignisse wie ein Umzug, eine Trennung, der Tod einer nahestehenden Person oder ein Jobwechsel.
  5. Gesundheitliche Herausforderungen: Krankheiten, Verletzungen oder anhaltende gesundheitliche Probleme können sowohl physischen als auch psychischen Stress verursachen.
  6. Umweltbedingte Stressoren: Faktoren wie Lärm, extreme Temperaturen, Überfüllung und weitere Umweltbedingungen.

Wenn eine Person Stress erfährt, löst dies im Körper eine Kaskade von physiologischen Reaktionen aus, die landläufig als „Kampf-oder-Flucht-Reflex“ bezeichnet werden. Diese Reaktion beinhaltet die Ausschüttung von Stresshormonen wie Adrenalin und Cortisol, welche die Herzfrequenz steigern, die Atmung vertiefen und die Muskelspannung verstärken, um den Körper auf die Auseinandersetzung mit der stressauslösenden Situation vorzubereiten.

Langfristiger Stress oder eine unzureichende Bewältigung desselben kann allerdings zu einer Beeinträchtigung der Gesundheit, des Wohlergehens und der allgemeinen Lebensqualität führen.

Es steht also völlig außer Frage, dass externe Faktoren Stress verursachen können, dennoch trifft ein externer Faktor immer auch auf uns Menschen – und wir sind nicht nur in unserer Resilienz hoch individuell, sondern auch in unserer Konstitution, Lebensgeschichte, Empfindungen, etc. Und ja, mancher Stress kommt ganz ohne externe Faktoren aus – wenn Sie nur einmal an Ihre eigenen Leistungsanspüche denken, die aus Ihnen heraus entstanden sind, so aber bei genauerer Betrachtung in der Realität gar keine Abbildung finden.

Bevor wir uns also mit dem eigentlichen Stressmanagement auseinandersetzen – was zweifelsohne wichtig und wirkungsvoll ist – sollten wir ein Verständnis über unsere persönlichen Stresssituationen und die Entstehung und Auswirkungen von erlebter Überforderung entwickeln.

Wie zeigt sich Stress?

Ebenso unterschiedlich wie unsere Rekationen und Empfindungen auf und zu Stress sind, sind es auch die Anzeichen von Stress bzw. auf welchen Ebenen sich die Auswirkungen bemerkbar machen:

  1. Physische Reaktionen: Die Palette der körperlichen Stresssymptome ist breit und reicht von Kopfschmerzen und Muskelverhärtungen über Verdauungsstörungen bis hin zu Bluthochdruck, übermäßigem Schwitzen, Zittern, Schlafproblemen und Erschöpfungszuständen.
  2. Emotionale Anzeichen: Die emotionale Ebene kann ebenso von Stress beeinflusst werden, was sich in Form von Angstzuständen, Gereiztheit, Anspannung, Niedergeschlagenheit, Gefühlen der Überlastung, innerer Unruhe, wechselnden Gemütslagen und einem überwältigten Seelenzustand äußern kann.
  3. Verhalten: Unter dem Einfluss von Stress können Menschen unterschiedliche Verhaltensweisen an den Tag legen, wie beispielsweise eine Zunahme des Alkohol- oder Drogenkonsums, eine Neigung zu übermäßigem Essen oder zu ungesunden Ernährungsgewohnheiten, Schlafschwierigkeiten, den Rückzug von gesellschaftlichen Kontakten, gesteigerten Tabakkonsum oder das Kauen an den Fingernägeln.
  4. Kognitive Auswirkungen: Stress kann das Denkvermögen beeinträchtigen und zu Schwierigkeiten bei der Konzentration, Gedächtnisstörungen, Problemen beim Treffen von Entscheidungen, übermäßigem Nachdenken und negativen Gedankenschleifen führen.

Wie kann mich ein Coach unterstützen?

Stress ist höchst individuell. Was für die eine Person stressig ist, kann für die andere eine Herausforderung sein. So ist auch Stressmanagement höchst individuell. „One size fits all“ greift an dieser Stelle ganz gewiss nicht.

In meinem Coaching analysieren und beleuchten wir Ihre unterschiedlichen Lebensbereiche, u.a. unter diesen beispielhaften Fragestellungen:

  • Was sind derzeit die für Sie relevanten Inhalte oder Themen in Ihrem Leben?
  • Wo liegen Ursachen und Ursprungsquellen von dem von Ihnen empfundenen Stress?
  • Wie gut oder schlecht gelingt derzeit die Stressbewältigung?
  • Wie sieht Ihr derzeitiges Stressmanagement aus, haben Sie Methoden/Tools für sich gefunden, die wirken (z.B. autogenes Training, progressive Muskelentspannung oder andere Übungen?)
  • In welchen Situationen machen Sie welche Stressfaktoren für sich aus?
  • Besteht in Ihrem Leben derzeit eine Balance zwischen Leistung und Entspannung – oder kennen Sie nur das Gefühl von Anspannung?
  • Wie sieht Ihr Umgang mit Misserfolg und auch Erfolg aus?
  • Wie sieht Ihr inneres Zusammenspiel aus Arbeit, Leistung, Unruhe, Umgang mit Stressoren aus?
  • Ist ein Teil oder mehrere Lebensbereiche im kontinuierlichen Hamsterrad?
  • Wie würde ich mein eigenes „Wohlbefinden“ definieren und beschreiben?
  • uvm.

Sie merken, es geht am Anfang vor allem darum, richtig und ehrlich hinzuschauen! Stressmanagement ohne das Wissen, wo dieser entsteht, ist ein klein wenig so, als würde man den Lichtschalter für eine Lampe ohne eingeschraubtes Leuchtmittel finden wollen.

Stressbewältigung bzw. Stressmanagement-Tools können Sie problemlos recherchieren, damit haben Sie aber leider noch keine Erkenntnisse darüber gewonnen, was das zugrundeliegende Thema bzw. die zugrundeliegenden Inhalte sind.

Im Coaching arbeite ich daher gerne nach dem Prinzip:

  1. Analyse und Ursachenforschung (Stressoren, interne und externe Anforderungen, derzeitiges Zeitmanagement, falls vorhanden: Länge und Ausmaß von Krankheitsphasen, wo und wann entsteht das Gefühl von Kontrolle und/oder Überforderung, Umgang mit Anzeichen des eigenen Körper, etc.)
  2. Über welche Ressourcen verfügen Sie auch in einer stark beanspruchenden Phase? Welche Lebensbereiche und Menschen stärken Sie?
  3. Entwicklung von Strategien, um einen gesunden Umgang mit den Ursachen von Stress pflegen zu können oder im besten Fall genau diese für sich aufzulösen.
  4. Welche Übungen und Methoden der klassichen Stressbewältigung und des Stressmanagement würden Ihnen zusagen und tatsächlich Spaß machen?
    Oft gut gemeinte Tipps aus dem Umfeld von Familie, Freunden und Arbeit helfen Betroffenen häufig leider nicht so sehr wie beabsichtigt. Nicht alle Übungen passen auch auf alle Menschen.

Worüber man spricht, wenn von Tools und Methoden die Rede ist

Es existiert eine breite Palette an Instrumenten für das Stressmanagement, die Sie dabei unterstützen können, mit Stress einen besseren Umgang zu finden und das eigene Stressniveau zu mindern.

Wie bereits oben erwähnt, gilt hier niemals das Gießkannen-Prinzip, dass jede Technik oder alle Methoden bei jedem auch auf Gegenliebe stoßen müssen. Dies soll nur als Grobüberblick für Sie dienen:

  1. Entspannungsatmung: Durch bewusstes, tiefes Ein- und Ausatmen sowie Techniken wie die progressive Muskelrelaxation und Achtsamkeitstraining kann eine Beruhigung des Körpers erzielt und Stress abgebaut werden.
  2. Meditative Praktiken und Achtsamkeit: Die regelmäßige Ausübung von Meditation und das bewusste Üben von Achtsamkeit können dazu beitragen, den Geist zu beruhigen und eine stärkere Präsenz im Hier und Jetzt zu fördern.
  3. Körperliche Betätigung: Ob ein gemütlicher Spaziergang, eine energiegeladene Joggingrunde, eine entspannende Yoga-Session oder das Ausleben von Lebensfreude beim Tanzen – all diese Aktivitäten können dazu beitragen, den Stresspegel zu senken und das allgemeine Wohlbefinden zu steigern.
  4. Techniken zur Entspannung: Verschiedene Methoden wie die Progressive Muskelrelaxation, das autogene Training, Biofeedback und Übungen zur geführten Imagination können effektive Wege sein, um Verspannungen zu lösen und einen Zustand tiefer Entspannung des Körpers zu erreichen.
  5. Effiziente Zeitplanung: Das Erlernen und Anwenden effizienter Zeitplanungsstrategien kann dazu beitragen, sowohl den beruflichen als auch den privaten Alltag besser zu organisieren. Indem Prioritäten sinnvoll gesetzt und der Tag strukturiert wird, lässt sich Stress durch eine durchdachte Organisation und Zeitnutzung verringern.
  6. Sozialer Rückhalt: Das Knüpfen und Pflegen von sozialen Kontakten sowie der Austausch mit Freunden und der Familie oder auch in Vereinen, Interessensgemeinschaften, etc. kann eine wertvolle Hilfe sein, um Stress zu verarbeiten und emotionale Unterstützung zu finden.
  7. Kognitive Neuausrichtung: Das Erkennen und Umformulieren von negativen Denkmustern kann dazu beitragen, Stress zu mindern und eine optimistischere Grundhaltung zu etablieren.
  8. Gesundheitsbewusste Routinen: Die Balance durch nahrhafte Kost, genügend Erholung und den Verzicht auf Suchtmittel wie Tabak und Alkohol zu wahren, spielt eine wesentliche Rolle dabei, Stress zu vermindern und das allgemeine Wohlgefühl zu verbessern.
  9. Freizeitaktivitäten: Bei allen Pflichten und Aufgaben des Alltags zählen Hobbies und Freizeit zu sehr wichtigen Ressourcen im Leben und in der Stressbewältigung.

Alles eine Frage der Work-Life-Balance?

Ich weiß nicht, ob es Ihnen wie mir geht, aber leider, leider hat sich der Ausdruck Work-Life-Balance in meiner Wahrnehmung schon ein wenig zum ausgedienten Buzzword entwickelt. Ein gern gesehener Begleiter bei dem Thema Stressbewältigung und Stressmanagement im Alltag, liegen die Stressfaktoren doch aber meist tiefer oder anders als nur in der Abwesenheit von Balance. Auch wenn Balance – und ihre Anwesenheit – aus meiner Sicht eine sehr wichtige Komponente von Entspannung ist.

Die häufig gesetzten Ziele, Strategien für eine bessere Work-Life-Balance zu finden, haben also an sich einen guten Kern, aber zu hoffen, dass nur eine Ausbalanciertheit zwischen unserem Arbeits- und Privatleben schon die Lösung bringen wird, ist in den meisten Fällen zu kurz gefasst.

Echte langfristige Strategien und Ziele beschäftigen sich mit dem ursächlichen Kern von stresserzeugenden Situationen. Wir als Coaches haben die tolle und vertrauensvolle Aufgabe, Sie dabei zu unterstützen und zu begleiten und mutig hinzuschauen.

Online Coaching oder Coaching vor Ort?

Viele meiner Klienten empfinden die Möglichkeit des Online Coachings als große Erleichterung und als Vorteil für sich. Gerade das Thema Stressbewältigung im Alltag rückt natürlich auch den Faktor Zeitmanagement näher in den Fokus. Ohne jede An- und Abfahrtszeit berücksichtigen zu müssen, bedeutet dies Zeitersparnis im Coaching Prozess.

Ich mache immer wieder die Erfahrung, dass ein Online Coaching einem Coaching vor Ort in nichts nachsteht. Ganz egal, wo Sie sich befinden, ob nun im In- oder Ausland, über Zoom kann ich Ihnen immer meine Zusammenarbeit anbieten.

Die wichtigste Grundlage unserer Zusammenarbeit ist, dass sich beide Seiten in einen vertrauensvollen und produktiven Prozess begeben können und miteinander stimmig sind.